Als Zinseszins (Englisch: compound interest) wird der Zinsertrag einer Kapitalanlage bezeichnet, der sich in der zweiten und jeder weiteren folgenden Zinsperiode dadurch ergibt, dass dann nicht mehr nur das Anfangskapital verzinst wird, sondern auch die zwischenzeitlich aufgelaufenen Zinsen der vorherigen Zinsperioden.

Vorraussetzungen für den Zinseszins ist der Zinseszinseffekt

Voraussetzung für die Entstehung von Zinseszins ist, dass die anfallenden Zinsen jeweils kapitalisiert, das heißt, nicht ausgezahlt, sondern dem Anlagekapital zugeschlagen werden. Dadurch kommt es zu einem exponentiellen Wachstum des Gesamtkapitals, welcher als Zinseszinseffekt bezeichnet wird.

Der Zinseszinseffekt spielt eine bedeutende Rolle bei der privaten Vermögensbildung. Er bewirkt, dass auch mit einem relativ geringen Anfangskapital beziehungsweise niedrigen Sparraten relativ große Vermögenswerte aufgebaut werden können, wenn der Anlagezeitraum ausreichend lang ist.

Zinseszinseffekt nutzen

Legen beispielsweise ein Zwanzigjähriger und ein Fünfzigjähriger jeweils 10.000 Euro mit einer Verzinsung von 3,0 % pro Jahr an, um beim Eintritt in den Ruhestand mit 65 Jahren etwas zusätzliches Kapital zur Verfügung zu haben, dann werden dem Fünfzigjährigen am Ende rund 15.580 Euro, dem Zwanzigjährigen hingegen rund 37.816 Euro zur Verfügung stehen. Diese erhebliche Differenz beruht allein auf dem Zinseszinseffekt und den unterschiedlichen Anlagezeiträumen.