Das Sachwertverfahren ist neben dem Ertragswert- und dem Vergleichswertverfahren eines der drei in der Wertermittlungsverordnung (WertVO) geregelten Standardverfahren für die Wertermittlung von Immobilien in Deutschland. Es kommt in der Regel bei der Bewertung von solchen Immobilien zur Anwendung, mit denen der Eigentümer keine Mieterträge erzielt. In der Praxis sind das vor allem selbst genutzte Einfamilienhäuser, aber auch Eigentumswohnungen oder Doppel- beziehungsweise Zweifamilienhäuser.

Sachwertverfahren klärt die Frage: Abriss oder Sanierung?

Dem Sachwertverfahren liegt die Frage zugrunde, wie hoch die Kosten für den Ersatz des zu bewertenden Objekts durch einen Neubau ausfallen würden. Von diesem Wert werden Abschläge subtrahiert, die die Abnutzung des Gebäudes erfassen sollen. Darüber hinaus müssen weitere wertbeeinflussende Umstände berücksichtigt werden.

Sachwertverfahren ermittelt den Zeitwert der Immobilie

Bei der Anwendung des Sachwertverfahrens ist zu beachten, dass dieses nur zur Ermittlung des Zeitwertes der vorhandenen baulichen Anlagen verwendet, der Bodenwert des Grundstücks hingegen separat nach dem Vergleichswertverfahren ermittelt wird. Im angelsächsischen Raum wird die methodisch weitgehend mit dem deutschen Sachwertverfahren übereinstimmende Replacement Cost Method angewandt, wobei dort die Angaben zu (Rest-)Nutzungsdauern und Baukosten weniger stark normiert sind als in Deutschland.