Möchte der Vermieter seine Immobilie für sich selbst oder für einen nahen Angehörigen nutzen, kann er laut Gesetz unter bestimmten Voraussetzungen den Mietvertrag wegen Eigenbedarf kündigen. Dabei ist jedoch einiges zu beachten.

Wann darf der Vermieter Eigenbedarf anmelden?

Der Vermieter darf nur Eigenbedarf anmelden, wenn er die Wohnung für sich selbst, ein Familienmitglied oder Angehörigen seines Haushaltes benötigt. Im Kündigungsschreiben muss genau erläutert werden, warum die Wohnung benötigt wird. Sollte der Eigenbedarf nur vorgetäuscht sein, kann der Mieter Schadensersatzansprüche stellen.

Kündigungsfristen bei Eigenbedarf beachten

Bezüglich der Kündigungsfrist gelten die üblichen gesetzlichen Bestimmungen. Hier ist mit mindestens 3 Monaten zu rechnen. Weiß der Vermieter bereits bei Vertragsabschluss, dass er in absehbarer Zeit Eigenbedarf anmelden wird, hat er den Mieter darüber zu informieren. Versäumt er dies, kann der Vermieter das Recht auf Kündigung wegen Eigenbedarfs verlieren. Einen Sonderfall stellt das Zweifamilienhaus dar. Lebt der Vermieter in einer Wohnung des Hauses und vermietet die andere, so kann er jederzeit ohne Angabe von Gründen die Kündigung aussprechen, wobei sich die gesetzliche Kündigungsfrist dadurch jedoch verlängert.