Die wenigsten professionellen Immobilieninvestoren agieren ausschließlich mit Eigenkapital. Die überwiegende Mehrheit der Akteure nutzt eine Mischung aus Eigen- und Fremdkapital, um bei der Eigenkapitalrendite einen Hebel- oder auch Leverage-Effekt zu erzielen. Daher schließen sie für Immobilieninvestments Fremdfinanzierungen ab. Die niedrigen Leitzinsen im Euroraum begünstigen dabei die Fremdkapitalaufnahme beziehungsweise den Fremdkapitalanteil bei der Finanzierung eines Immobilieninvestments. Demgegenüber existieren für viele institutionelle Investoren – sowie auch für die finanzierenden Banken – Rahmenbedingungen für einen Mindestanteil an Eigenkapital. Das Risiko eines übermäßigen Fremdkapitalanteils besteht zum einen im höheren Kapitaldienst aus Zins- und Tilgungszahlungen und zum anderen in einem Absinken des Gebäudewerts, das ein negatives Verhältnis von Kredithöhe und Verkehrswert (Loan-to-Value, LTV) erzeugen kann. Für private Immobilienkäufer gilt in Zeiten von Niedrigzins die Faustregel, dass die Kaufnebenkosten für Makler, Notar und Grunderwerbssteuer aus Eigenkapitalmitteln bereitgestellt werden sollten.