Bei Fremdgeldkonten handelt es sich um eine Form des Treuhänderkontos, auf das die Geldeingänge dritter Personen verbucht werden. Zu den gängigsten Beispielen gehören Fremdgeldkonten zur Verwaltung einer Wohnimmobilienanlage: Das Geld der Wohneigentümergemeinschaft (WEG), das sich unter anderem aus Wohngeld und Vorauszahlungen speist, muss von der WEG-Verwaltung auf einem separaten Konto eingezahlt und gemanagt werden. Für die Instandsetzungsrücklage muss ein weiteres Fremdgeldkonto geführt werden. Der Kontoinhaber muss dabei zwangsweise die Wohneigentümergesellschaft sein.

Dieses System soll die WEG-Gemeinschaft auf dreierlei Weise schützen: Erstens erschwert dies die Veruntreuung von Geldern durch die WEG-Verwaltung, zweitens ist das Kapital der Eigentümer sicher, selbst wenn die Verwaltung in die Insolvenz rutschen sollte. Drittens schließlich kann die WEG-Gemeinschaft jederzeit Kontoauszüge anfordern und erhält somit eine umfassende finanzielle Transparenz. Wird die Hausverwaltung ausgetauscht, kann zudem einfach die Kontovollmacht auf die neue Verwaltung übertragen werden.