Ein Disagio bezeichnet ein Abgeld beziehungsweise einen Abschlag bei der Kreditausgabe. Das bedeutet, dass der Darlehensgeber einen Teil der Kreditsumme einbehält, wobei der Darlehensnehmer dennoch die gesamte Summe zurückzahlen und verzinsen muss. Ein Disagio fällt also immer zuungunsten des Darlehensnehmers aus, weshalb er im Rahmen eines Darlehensvertrags häufig gegen niedrigere Zinszahlungen vereinbart wird. Disagios sind bei privaten Immobilienkrediten inzwischen unüblich, da einerseits das Zinsniveau aufgrund der sogenannten Nullzinspolitik sehr niedrig ist, und andererseits der Disagio-Betrag für Eigennutzer nicht steuerlich absetzbar ist. Sinnvoll ist dies lediglich unter Umständen bei vermieteten Immobilien, die als Kapitalanlage erworben werden. Dort kann der Betrag grundsätzlich als Werbungskosten geltend gemacht werden.