Die Begriffe Besitz und Eigentum werden zwar oft synonym verwendet, doch sie haben rechtlich unterschiedliche Bedeutungen. Besitz bedeutet eine faktische Herrschaft über die betreffende Sache, während das Eigentum den rechtlich abgesicherten Status kennzeichnet. Eigentümer haben das Recht, die Sache uneingeschränkt zu nutzen, zu veräußern, zu entsorgen und zu verleihen. Um Eigentümer zu werden, muss ein Mensch die Sache erwerben oder durch einen sonstigen Rechtsakt (z. B. Erbschaft) zum Eigentümer bestimmt werden.

Besitzer hingegen beherrschen die Sache tatsächlich und momentan. Es spielt zunächst keine Rolle, ob der Besitzer dazu berechtigt ist. Daher ist auch ein Dieb der Besitzer der von ihm gestohlenen Sache, aber nie der Eigentümer. Natürlich sind Eigentümer, die über ihre Sachen momentan herrschen, auch deren Besitzer. In diesem Fall ist die synonyme Verwendung der beiden Begriffe legitim. Eigentum endet durch einen Rechtsakt, Besitz endet durch Verlust, Diebstahl oder Aufgabe. Im Falle einer Immobilienübertragung ist der Käufer erst durch den Eintrag ins Grundbuch der rechtliche Eigentümer, kann aber schon vorher de facto Besitzer mit allen Rechten und Pflichten sein.