Alle Bauämter führen ein Belastungsverzeichnis für die Grundstücke der Gemeinde. In diesem sind mögliche Lasten und Beschränkungen von Grundstücken vermerkt, wenn diese von öffentlichem Interesse sind. Die eingetragenen Lasten können entsprechend den Wert eines Grundstücks beeinflussen. Einsicht in das Belastungsverzeichnis ist meist nur gegen Gebühr möglich. Sie wird Grundstückseigentümern, Personen mit einer Vollmacht des Eigentümers und Personen mit berechtigtem Interesse gewährt. Letztere sind beispielsweise Kaufinteressenten.

Belastungen oder Einschränkungen können Nutzungsdienstbarkeiten wie Wegerechte, Unterlassungsdienstbarkeiten wie eine Einschränkung der Bebauung sowie Duldungsdienstbarkeiten wie die Duldung übermäßiger Lärmbelastungen sein. Ein Wegerecht kann bedeuten, dass der Eigentümer eines Nachbargrundstücks den Weg über das belastete Grundstück nutzen darf, um auf sein eigenes Grundstück zu gelangen. Dazu kann es Vereinbarungen über Unterhaltungskosten, Entschädigungen oder Verkehrssicherungspflichten geben. Auch Leitungsrechte für Wasser, Abwasser, Gas, Strom und Telekommunikation können als Belastungen zählen. Belastungen sind stets objektbezogen. Als Grunddienstbarkeit gegenüber einem Nachbargrundstück sind sie durch dessen Eigentümer veräußerbar und vererblich.